Karrieremesse vs. Wahlkampf - Ihr Weg zum erfolgreichen Messeauftritt

5 minvon Bettina Prennsberger 13. Oktober 2017

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Gleich ist es wieder so weit: Am 15. Oktober 2017 steht die österreichische Nationalratswahl an und der Wahlkampf läuft gerade in den letzten Tagen vor der Wahl nochmals auf Hochtouren. Kaum eine Stunde vergeht ohne einem TV-Duell, einer Elefantenrunde o.Ä. im Fernsehen oder Internet.

Was hat die aktuelle Nationalratswahl allerdings mit HR zu tun? Die Antwort auf diese Frage liefert uns das Employer Branding – genauer gesagt der Vergleich vom Wahlkampf mit dem Auftritt von Arbeitgebern auf Karrieremessen.

Nicht nur der Wahlkampf läuft aktuell auf Hochtouren: Auch zahlreiche Karrieremessen wie z.B. die Career Calling, diverse Karrieremessen an FHs oder auch die jussuccess Messe stehen im Herbst auf dem Programm.

3 Dinge, die Karrieremessen mit dem Wahlkampf gemeinsam haben

1. Arbeitgeber kämpfen um qualifizierte Arbeitskräfte wie Parteivorsitzende um Wählerstimmen

Die allermeisten Unternehmen leben von ihren Mitarbeitern wie Parteien von ihren Wählern. Der größte Unterschied liegt darin, dass beim Wahlkampf die Qualifikation der Wähler keine besondere Rolle spielt – hier gilt Quantität vor Qualität und jede Stimme ist gleich viel wert. Dies gilt bei der Suche nach Mitarbeitern in den meisten Fällen nicht, was den Kampf gerade um qualifizierte Arbeitskräfte häufig schwierig macht.

2. Unternehmen rücken sich ins beste Licht und zeigen ihre Vorzüge im Vergleich zu Konkurrenzunternehmen

Auch in puncto Selbstdarstellung kann man deutliche Parallelen zwischen Parteivorsitzenden in TV-Duellen und Arbeitgebern auf Karrieremessen erkennen: Die Vorzüge der eigenen Unternehmenskultur werden angepriesen, die Zahl der gebotenen Benefits ist schier unendlich hoch und gerade auf Messen, die zielgruppengerichtet Studenten spezieller Studienrichtungen ansprechen, ist der Konkurrenzkampf deutlich spürbar. Während Parteien in Plakate und Reklame investieren, ist es bei Unternehmen häufig der Messestand, der möglichst auffällig gestaltet wird, um sich von der Konkurrenz abzuheben und nicht in der Masse unterzugehen.

3. Werbegeschenke sollen Unentschlossenen die Entscheidung für das eigene Unternehmen schmackhaft machen

Während Parteien im Wahlkampf versuchen, Unentschlossene mit Wahlgeschenken wie Gratis-Kipferl, Feuerzeugen, Stofftieren, Müsliriegeln, etc. zu überzeugen, locken Karrieremessen seit jeher die sogenannten „Goodie-Sammler“ an. Diese "Goodie-Sammler" starten meist mit Einleitungssätzen wie „Haben Sie einen Job für mich?“ oder „Was können Sie mir denn anbieten?“ in das Gespräch. Nach einem beherzten Griff nach einem Kugelschreiber ziehen sie dann meist schnell wieder von dannen. Zwar sei dahingestellt, ob die beliebten Goodies auf potenzielle Wähler aber eben auch auf potenzielle Bewerber tatsächlich einen Einfluss auf die Entscheidung für eine Partei bzw. für einen Arbeitgeber haben – dennoch möchte man wohl auf keiner Messe ohne Giveaways stehen, um nicht negativ aufzufallen.

Was macht einen gelungenen Karrieremesse-Auftritt aus?

1. Authentizität

Die wichtigste Regel für einen gelungenen Messeauftritt lautet: Bleiben Sie authentisch. Natürlich möchte man sich als Unternehmen auf Karrieremessen von seiner besten Seite zeigen und so soll es auch sein – aber eben auch ehrlich. Leere Versprechungen, Übertreibungen, etc. führen langfristig nicht zum Erfolg und können dem Image des Unternehmens sogar erheblichen Schaden zufügen. Offen zu vermeintlichen „Schwachstellen“ zu stehen, ohne diese in den Vordergrund zu stellen, wirkt auf Bewerber ehrlich und vertrauenswürdig. Kommt es z.B. häufig zu Überstunden aber ist das Teamklima womöglich äußerst angenehm, sodass die langen Arbeitszeiten auch niemanden stören, sollte man diese Umstände auch so kommunizieren, anstatt potenziellen Bewerbern von einem 9 to 5 Job zu erzählen.

2. Vorbereitung

Wie so oft im Leben gilt auch für den erfolgreichen Messeauftritt: Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete. Planen Sie eine entsprechende Vorlaufzeit für eine detaillierte Planung ein.

i) Zunächst gilt es, je nach Zielgruppe die entsprechende(n) Karrieremesse(n) auszuwählen und dort einen Standplatz zu bestellen.

ii) Falls noch nicht vorhanden, sollte ausreichend Zeit in das Design und die Produktion eines ansprechenden Messestands/Rollups investiert werden.

iii) Bereiten Sie auch Ihre aktuellen Stellenausschreibungen vor, um Interessenten gleich darauf aufmerksam machen und die Inserate gleich mitgeben zu können.

iv) Überlegen Sie, ob bzw. welche Giveaways zu Ihrem Unternehmen passen und welche Botschaft sie vermitteln sollen. Diese sollten dann rechtzeitig gebrandet und bestellt werden.

3. Stand-Besetzung

Ebenfalls ein Teil der Vorbereitung (aber ein so bedeutsamer, dass ich diesem einen eigenen Punkt widmen möchte): Planen Sie die Besetzung Ihres Standes genau. Dabei sollten Sie die folgenden Punkte beachten:

i) Zielgruppengerechte Auswahl

Je nach Zielgruppe kann es sinnvoll sein, auch Spezialisten aus den entsprechenden Abteilungen bei der Messe einzusetzen. Auf manchen Messen ist es wiederum ausreichend, wenn Human Resources Verantwortliche auf der Messe anwesend sind, um allgemeine Fragen zu beantworten. Gerade wenn es aber z.B. um technische Berufe geht, ist es ratsam, z.B. auf einer IT-Messe auch IT-Spezialisten vor Ort zu haben, welche dann gezielte, häufig auch technische, Detailfragen potenzieller Bewerber beantworten können.

ii) Anzahl der Mitarbeiter

Auch die Anzahl der eingesetzten Mitarbeiter ist entscheidend. Diese sollte anhand der Größer der jeweiligen Messe festgemacht werden – Erfahrungswerte aus vergangenen Messen können hier dienlich sein. Weder sollte der Stand überladen aussehen, wenn wenig Besucher am Stand stehen, noch sollten Interessenten gezwungen sein, minutenlang Schlange zu stehen, weil kein Mitarbeiter frei ansprechbar ist. Auch sollte der Messestand während der Dauer der Messe zu keiner Zeit unbesetzt sein, d.h. für Pausen sollte immer jemand als Ersatz einspringen. Ein leerer Messestand kann auf potenzielle Bewerber negativ wirken und z.B. mit Desinteresse verbunden werden (und bietet zudem den erwähnten Goodie-Sammlern leichte Beute ;-) ).

4. Responsiveness

Mindestens genauso wichtig wie die richtige Vorbereitung auf eine Messe ist die entsprechende Nachbearbeitung. Viele Interessenten lassen auf Messen Ihre Bewerbungsunterlagen beim Unternehmen und erhoffen sich eine Rückmeldung bzw. Ansprache bezüglich offener Stellen im Unternehmen. Selbst wenn der Bewerber für keine der aktuell vakanten Stellen in Frage kommt, sollte jeder Bewerber, der seine Unterlagen abgibt, nach einer Messe eine Rückmeldung erhalten. Durch ein entsprechendes Bewerbermanagement-System ist diese Kontaktaufnahme relativ leicht zu handhaben, erzielt aber eine große und zumeist sehr positive Wirkung beim Bewerber.

Wenn Sie diese 4 Tipps befolgen, steht einem gelungenen Messeauftritt nichts mehr im Wege und ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Messezeit sowie eine absolute Mehrheit! ;-)

Wir freuen uns über weitere Tipps & Tricks in Bezug auf erfolgreiche Employer-Branding Auftritte.

Veröffentlicht in:  
Recruiting & Employer Branding
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